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Powerchair Hockey WM 2026 möglich machen – Warum ich hier auf eine Spendenaktion hinweise
Manche Themen würden mich normalerweise gar nicht erreichen. Und dann kommt plötzlich ein Anstoß von außen, der einen genauer hinsehen lässt.
Bei mir war das der Fall, als enerix, mein Arbeitgeber eine Spendenaktion für die deutsche Powerchair-Hockey Nationalmannschaft gestartet hat. Das Team will zur WM 2026, braucht aber Unterstützung.
Die ganze Aktion kommt von enerix – nicht von mir. Ich habe davon gehört, fand die Geschichte beeindruckend und dachte mir: Wenn ich schon einen Blog habe, kann ich damit vielleicht ein paar mehr Menschen darauf aufmerksam machen.
Ein Sport, den kaum jemand kennt
Powerchair-Hockey kannte ich vorher nicht. Aber nachdem ich mich damit beschäftigt habe: beeindruckend.
Gespielt wird 5 gegen 5, im elektrischen Sportrollstuhl. Schnell, präzise, voller Strategie. Die Athlet:innen zeigen echten Leistungssport – atemberaubende Spielzüge, präzise Kontrolle, enormer Teamgeist.
Das Problem: Ab 2026 fällt die staatliche Förderung weg, weil Powerchair-Hockey nicht paralympisch ist. Heißt konkret: Die Nationalmannschaft muss Reise, Unterkunft, Assistenz, Rollstuhltransporte und Ersatzteile selbst finanzieren. Rund 70.000 Euro kostet allein die Teilnahme an der WM in Finnland.
Erfahre mehr über die Powerchair Hockey Nationalmannschaft und warum jeder Euro zählt!
Vize-Europameister mit WM-Ambitionen – aber keine Finanzierung für die Teilnahme. Dieser Bericht zeigt, womit die deutsche Powerchair-Hockey Nationalmannschaft gerade zu kämpfen hat. Und warum ab 2026 keine Bundesmittel mehr fließen.
70.000 Euro – eine Perspektivfrage
Was 70.000 Euro bedeuten, hängt davon ab, wo man hinschaut.
Im Profifußball ist das das Wochengehalt eines durchschnittlichen Bundesligaspielers. Ein Trainingslager eines Erstligisten kostet mehr. Ein einzelner Spielertransfer in unteren Ligen bewegt sich in dieser Größenordnung – und macht nicht mal Schlagzeilen.
Für die Powerchair-Hockey Nationalmannschaft ist es die komplette WM-Teilnahme. Oder eben: keine Teilnahme.
Das ist keine Kritik am Fußball oder anderen großen Sportarten. Die haben ihre Strukturen, ihre Sponsoren, ihre mediale Aufmerksamkeit. Verständlich. Aber es zeigt, in welchen völlig unterschiedlichen Welten wir uns hier bewegen.
Randsportarten – und erst recht solche, die sich an Menschen mit körperlichen Einschränkungen richten – bleiben oft unsichtbar. Nicht aus böser Absicht, sondern weil die Aufmerksamkeit nun mal woanders liegt. Keine Fernsehübertragungen, keine großen Sponsorenverträge, keine ausverkauften Stadien.
Dabei reden wir hier vom Vize-Europameister. Von Athlet:innen, die alles geben. Von einem Sport, der genauso viel Können, Taktik und Leidenschaft erfordert wie jeder andere auch.
Der Unterschied: Hier kämpft man nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch dafür, überhaupt spielen zu können.
Warum enerix aktiv geworden ist
Der Auslöser war Nico Bayerl, Spieler der Nationalmannschaft und Sohn eines ehemaligen enerix-Kollegen. Nico hat sein Team und die Situation vorgestellt – und das hat bei enerix direkt etwas ausgelöst.
Zum einen natürlich menschlich. Zum anderen gibt es da eine fast schon symbolische Verbindung: Die Sportrollstühle laufen mit Akkus, wir beschäftigen uns täglich mit erneuerbarer Energie und Strom. „SolarPower trifft Powerchair" klingt poetisch, trifft aber den Kern ganz gut.
Enerix hat dann entschieden, nicht nur selbst zu spenden, sondern eine größere Aktion zu starten und Unterstützer:innen zu mobilisieren.
Warum ich das hier teile
Ich glaube, mich berührt die Geschichte auch deshalb, weil ich selbst jemanden in der Familie habe, der körperlich eingeschränkt ist. Ich kenne die zusätzlichen Hürden im Alltag – und weiß, wie wichtig es ist, wenn Möglichkeiten geschaffen werden statt Grenzen.
Was mich dabei besonders frustriert:
Es geht hier nicht um Luxus oder Nice-to-have. Es geht um die Grundvoraussetzung, überhaupt teilnehmen zu können. Während anderswo über Millionenbudgets für Marketingkampagnen diskutiert wird, kämpft hier ein Nationalteam darum, die Anreise zur WM finanzieren zu können.
Das ist keine Einzelfallproblematik. Das zeigt ein grundsätzliches Problem, wie wir mit Sport umgehen, der nicht massentauglich ist. Und noch mehr, wie wir mit Sport umgehen, der sich an Menschen richtet, die ohnehin schon mehr Aufwand betreiben müssen als andere.
Großen Einfluss habe ich nicht. Aber ich finde, solche Themen verdienen Sichtbarkeit, gerade weil sie sonst oft untergehen.
Powerchair-Hockey zeigt so viel:
Mut, Leistung, Teamspirit, Inklusion, Ambition. Und dass dieses Team – amtierender Vize-Europameister! – wegen fehlender Förderung vielleicht nicht zur WM fahren kann, fühlt sich falsch an.
Also nutze ich, was ich habe: ein paar Leser:innen hier. Vielleicht reicht das für ein Stück mehr Aufmerksamkeit.
Wie du helfen kannst
Über die enerix-Aktionsseite kannst du direkt spenden. Die Spenden gehen zu 100 % an den Deutschen Rollstuhl-Sportverband (DRS) und werden ausschließlich der Powerchair-Hockey Nationalmannschaft zugeordnet.
Ein kleiner Beitrag
Mir ist wichtig: Die Aktion kommt von enerix. Dort gehört auch der Dank hin.
Ich versuche nur, ein paar zusätzliche Augen darauf zu lenken. Vielleicht findet jemand Powerchair-Hockey genauso beeindruckend wie ich mittlerweile. Vielleicht hilft jemand. Vielleicht klappt es dann mit der Reise nach Finnland.
Ich würde mich freuen – und drücke dem Team die Daumen.